TEST: Sigma 17-40 mm F1.8 DC | Art – Gamechanger! 🏆

Wenn Du schon immer mal davon geträumt hast, von APS-C auf Vollformat umzusteigen, Dich davor aber gescheut hast, weil Du dann ja alle Objektive neu brauchst, ist das neue Sigma 17-40 mm F1.8 DC | Art vielleicht ja der Burner für Dich. Es ist ein APS-C Objektiv für Sony, Fujifilm, Panasonic L-Mount und Canon. F1.8 ist mehr als eine Blende lichtstärker als die typischen 2.8er-Zooms. Wenn Du das Objektiv also auf Deine APS-C Kamera setzt, hast Du von der Lichtausbeute (Lichtstärke + ISO zusammen) und auch vom Bokeh her, also dem unscharfen Hintergrund quasi das gleiche Ergebnis als mit einer Vollformatkamera mit einem 25-60 mm F2.8 Objektiv. Und das ist doch krass, oder? (Bzw. bei Canon wäre das 27-64 mm F2.8)

Es ist der Nachfolger des legendären 18-35 mm F1.8, das es für Spiegelreflexkameras gab, das 17-40 mm ist jetzt für spiegellose Kameras. Es ist sowohl für die Fotografie, als auch für Video optimiert. Mit 999 € kein Schnäppchen, aber auch nicht wirklich teuer. Testen wir mal, ob es das Geld Wert ist. 

Dieser Blog-Artikel ist der Text zum Video. Der Inhalt ist (fast) identisch.

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Verarbeitung & Design

Es ist ein Objektiv aus der Art Reihe. Art steht bei Sigma für maximale Bildqualität und hohe Lichtstärke. Bildqualität sehen wir uns gleich an. Was die Art Objektive ebenfalls auszeichnet, ist eine gute Ausstattung an Tasten und Schalter, anders als bei der Contemporary Serie.

Das Objektiv hat 3 Schalter, 2 Tasten und einen Blendenring. Der Blendenring lässt sich locken, damit er sich nicht aus Versehen verdrehen lässt, Du kannst auch das Klicken ausschalten. Klick ist toll für die Fotografie, kein Klick ist toll für Video. Und der dritte Schalter ist AF/MF

Die beiden Tasten tun das gleiche, Fokus Halten normalerweise, aber lässt sich über die Kamera ja auch einstellen. Wie das geht, findest Du natürlich auch in meinen Kamerakursen

Ich finde es erstaunlich kompakt für ein F1.8 Zoom. Es ist 11,6 cm lang und ca. 530 g schwer. Je nach Anschluss variiert das etwas. Nochmal, für ein F1.8 Zoom ziemlich kompakt. Ich hab z. B. die Vollformatvariante 28-45 mm F1.8, die wiegt das doppelte, ist auch viel größer. Ganz anderer Schnack. Für APS-C vergleichbar wäre eher das Sony 16-55 mm F2.8, es ist “nur” ein 2.8er, aber es ist fast genauso groß und genauso schwer. Nur ca. 30 g Unterschied. 

67 mm Filterdurchmesser, find’ ich persönlich sehr gut. Habe ich am meisten Filter zu. 

Das Objektiv ist hochwertig verarbeitet. Es zoomt komplett intern, da fährt nichts raus. Für alle Fotografen heißt das, sehr robust, staub- und spritzwassergeschützt ist es ja sowieso, aber wenn sich außen nichts bewegt, zieht es Dir beim Zoomen auch nichts in die Kamera, das macht es nochmal bisschen wetterfester.

Für alle Videografen heißt das, Du kannst das Ding auf einem Gimbal haben und zoomen, Gewicht verlagert sich nur minimal, Du musst den nicht neu ausbalancieren. Auch das ist bei Zoomobjektiven ja eher selten.

Es hat keinen eingebauten Stabilisator, gar kein Problem, wenn Du eine Kamera mit IBIS hast, perfekte Kombination. Aber hast Du eine Kamera ohne Stabilisator, z. B. die Sony 6400 musst Du halt wissen, die Kamera hat kein Stabilisator, das Objektiv auch nicht. Dadurch dass es so super lichtstark ist, finde ich auch das halb so wild. 

Schärfe & Kontrast

Getestet habe ich an der Sony A6600, also mit 24 MP. Ich fotografiere bewusst kein Chart ab, denn das gibt Dir nur die Qualität im Nahbereich, ich will wissen, wie das Objektiv ist bei größerer Entfernung. 

Als Erstes die Mitte vergrößert bei 17 mm Brennweite auf 200 %

Details sind auch offen bei F1.8 voll da. Hier gibt es bestimmt messbar einen Unterschied, aber offen richtig gut. 

Als Nächstes bei 28 mm:

Auch hier wieder, selbst bei F1.8 richtig scharf und kontrastreich. Hier gibts nichts zu meckern. 

Bei 40 mm das gleiche, selbst bei F1.8 richtig scharf:

Aber in der Mitte ist ja leicht, wie sehen die Ecken aus?

17 mm, auch offen gut, nicht perfekt aber gut genug das ich kein Problem damit hätte das Objektiv ständig bei F1.8 zu verwenden. Schärfe und Kontrast nimmt beim Abblenden nochmal bisschen zu. Kannst also etwas mehr herausholen, bei F2.8 ist es richtig gut.

Bisschen reingezoomt bei 28 mm ist es offen nochmal etwas besser als bei 17 mm. Auch hier hilft abblenden nochmal etwas mehr herauszuholen. Aber sei ehrlich, auf den ersten Blick sieht man doch gar keinen Unterschied, oder? Da muss man schon sehr genau hinsehen.

Und jetzt hab ich ein kleines Problem, ich hab vergessen 40 mm zu testen. Aber so ein großes Problem ist es auch nicht, ich nehm einfach das Bild wo ich auf die Mitte fokussiert habe und seh mir da den Rand an:

Normalerweise fokussiere ich auch in die Ecke. Denn nur so sehe ich die Schärfe in der Ecke. Wenn ich auf die Mitte fokussiere wie hier und mir die Schärfe in der Ecke ansehe, und es ist unscharf, ist entweder die Schärfe nicht gut oder aber das Objektiv weist eine höhere Bildfeldwölbung auf. 

Du musst wissen, die Schärfeebene ist nie komplett plan. Sie ist immer leicht oder auch mal stärker gewölbt. Das lässt sich nie ganz vermeiden. 

Jetzt ist der Ausschnitt nicht optimal, der ist nicht so detailreich wie die vorigen Ausschnitte, was man aber sieht, scharf auch bei F1.8 und keine sichtbare Bildfeldwölbung. Jedenfalls nicht bei 40 mm. Wollte ich gar nicht testen, aus Versehen so hineingerutscht. 

Insgesamt kann ich jedenfalls nur sagen, egal welche Brennweite, das Objektiv ist richtig gut auch bei F1.8 und genau so will ich das Objektiv ja auch gerne nutzen, bei offener Blende, damit es eben aussieht wie Vollformat. 

Schärfentiefe & Bokeh  

(siehe Video!)

Zusammengefasst: im Tele hast Du recht starke Katzenaugen, im Weitwinkel erstaunlich runde Bubble. Die Bubble selbst sehen aber super aus, keine Zwiebelringe. Also wenn Du nicht gerade LEDs im Bild hast, wirst Du ein schönes Bokeh haben. 

Autofokus

Das Objektiv hat einen extrem schnellen Autofokus der immer unter 0.2s liegen soll, selbst wenn Du von unendlich auf nah fokussiert. 

In der Theorie ist das Sigma schneller scharf als z. B. ein Sony 35mm G-Master, in der Praxis gleich schnell (siehe Video). Das ist gut, denn oft arbeiten Originalobjektive besser mit der Kamera zusammen. Hier sieht es so aus, als wäre das nicht so.

Verzeichnung & Vignettierung

Wenn Du schon 1-2 Tests von mir gesehen hast, dann weißt Du mir ist die Verzeichnung und Vignettierung ziemlich egal, denn das wird heute wunderbar elektronisch korrigiert. Ja, die Korrektur hat manchmal Nachteile, z. B. kann dadurch Schärfe in den Ecken schlechter werden. Aber Du hast ja gesehen, die Schärfe ist super, oder?

Dennoch, bei 17 mm tonnenförmig und nicht gerade wenig. Aber in JPG wirds in der Kamera korrigieren im RAW nicht vergessen das Häkchen zu setzten. 

Bei 28 mm und 40 mm wirds dagegen kissenförmig. Auch das wird automatisch korrigiert. 

Bei der Vignettierung sieht das etwas anders aus, ich weiß nicht, ob Du das schon wusstest, aber JPGs werden nur ein bisschen korrigiert, volle Korrektur der Vignettierung bekommst Du nur bei RAW. Das liegt u. a. daran das eine Vignette durchaus als angenehm wahrgenommen wird und man die gar nicht immer korrigieren will oder muss. 

Was mir aber immer wichtig ist, dass die Vignette möglichst gleichmäßig ist, das fällt vor allem im blauen Himmel auf, wenn ein Objektiv eine schlechte Vignette hat. Das ist hier jedenfalls sehr gleichmäßig. Möchtest Du es ganz raus haben, musst Du in RAW fotografieren. Ich korrigiere in RAW die Verzeichnung immer komplett, Vignettierungskorrektur nehme ich oft wieder raus, weil eine Vignette super aussieht, wahlweise aber auch einfach irgendwo dazwischen. 

Chromatische Aberration

CAs also Farbsäume sind mir in keinem Bild störend aufgefallen, oder überhaupt aufgefallen. Aber wie immer, wenn man sucht, wird man es finden. Aber nicht in normaler Ansicht, auch nicht bei 100 % Vergrößerung, aber auf Pixelebene sieht man bisschen. Aber eher minimal.

Makro

Der Nahbereich also die Naheinstellgrenze ist übrigens konstant bei 28 cm, das heißt bei 40 mm Brennweite bekommst Du eine max. Vergrößerung von 1:4.8. 

Fokusbreathing

Das Objektiv ist ja für Foto und Video gleichermassen gedacht, deswegen spielt für den ein oder anderen auch Fokusbreathing eine Rolle. Das heißt das der Bildwinkel sich beim fokussieren ändern kann. 

Bei 17 mm ist das auch der Fall, hier sieht man Fokusbreathing. Bei 24 mm schon weniger aber immer noch Fokusbreathing. Bei 40 mm sehe ich zumindest kein Fokusbreathing mehr. 

Wie wichtig Dir das ist musst Du wissen. Ich filme ja gerne, trotzdem ist mir Fokusbreathing persönlich ziemlich wurscht. Ich zeigs nur (siehe Video), weil es den ein oder anderen von euch vielleicht interessiert. 

Fazit

Mein Fazit. Das Objektiv ist was ganz besonders. Wenn ich mit APS-C fotografieren oder filmen würde, wäre das mein neues Standardzoom. Qualitativ richtig gut, vor allem wenn es um die Schärfe geht und das auch bei offener Blende und genau bei F1.8 würde ich das Objektiv sehr viel nutzen und es ersetzt damit einfach viele Festbrennweiten. Der AF ist gut, CAs ist kein Thema. Kleine Schwächen gibt es die für mich persönlich aber überhaupt keine Rolle spielen, z. B. Fokusbreathing im WW. Es hat keinen eingebauten Stabilisator aber Deine Kamera hat hoffentlich einen IBIS, dann ist das auch egal. Insgesamt aber ein echtes Traumobjektiv, auch die Größe und Gewicht find ich absolut passend. 

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Verkaufsstart ist der 10.07.2025, außer RF Mount. Wenn Du eine Canon hast, musst Du noch bis August warten. Der UVP ist 999 €. Kein Schnäppchen, aber es ist den Preis auf jeden Fall Wert. 

Und vergiss nicht, Dir mal meine Fotokurse anzusehen! Neu gibt es auch einen Lightroom Classic Kurs.
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